Schädlingsbekämpfungsmethoden

 

Der Pflanzenschutz mit dem Einsatz von Herbiziden spielt bei dem klassischen Schädlingsbekämpfer in der Regel eine untergeordnete Rolle.

Zur Lösung von Problemen mit Tieren, die in Lebensbereichen des Menschen unerwünscht sind, wenn sie ihn persönlich direkt oder indirekt (auch z. B. über seine Haus- und Heimtiere) oder seine erschaffenen Produkte in der Lebensqualität einschränken, gibt es eine Reihe von verschiedenen Methoden:

 

  • physikalische Bekämpfungsmethoden

 

Diese Art der Bekämpfung gehört naturgemäß zu den ältesten Methoden, z.B. in der einfachsten Form, als der Urmensch vermeintliche Schädlinge mit oder ohne Hilfsmittel einfach erschlug.

Heutzutage, wo man erkannt hat, wie wichtig die Natur ist, gibt es aus humanistischen und schützenden Gründen Einschränkungen und Verbote, die in verschiedensten Gesetzen wie z.B. Bundesnaturschutzgesetz, Tierschutz- bzw. Artenschutzgesetz und Bundesjagdgesetz festgelegt und geregelt sind. Zum Beispiel ist das Töten von bestimmten Wirbeltieren nur sachkundigen Person erlaubt. Schädlingsbekämpfer haben in der Regel diese Ausbildung.

Zu den physikalischen Schädlingsbekämpfungsmitteln zählen mechanische und elektrische Hilfsmittel wie einerseits Schlagfallen, Lebendfallen, Schussfallen -  und auch Fliegenklatschen gehören dazu.

Im weiteren Sinne gehören dazu auch Insektengaze, -gitter, sowie Netze, Spikes u. Ä. zur Vogelabwehr.

Eine immer wichtiger werdende physikalische Methode ist die thermische Bekämpfung von schädigenden Insekten, bei der Wärme bzw. Kälte zum Einsatz kommt. Hierzu wird speziell entwickeltes Equipment eingesetzt: Thermostatgeregelte Hochleistungsöfen, Wärmekammern, spezielle Mikrowellengeräte, Stickstoff- oder Kohlendioxid-Kältegeräte.

Ferner gehört die Bekämpfung von Schadinsekten in Vorratsgütern und pflanzlichen Rohstoffen mit Druckgas (CO2) in besonderen Druckbehältern dazu.

Im weiteren Sinne kann man den Fang und die Umsiedlung von Tieren auch zu den physikalischen Methoden zählen.

 

  • physikalisch-biotechnische Hilfsmittel

 

Forschungen der Biologie der Tiere haben zu Erkenntnissen geführt, die bei der Bekämpfung und der Überwachung von Schädlingen sehr hilfreich angewandt werden können. Zum Beispiel nutzt man das Verhalten von Insekten durch Lichtreize angelockt zu werden. Mit Hilfe von Klebeflächen und Hochspannungsgittern können Fluginsekten gut dezimiert werden. UV-Klebeflächenfallen werden oft in der lebensmittelproduzierenden Industrie und im Lebensmittelhandel, auch als vorbeugende Maßnahme eingesetzt.

Klebefallen können auch mit synthetisch hergestellten, artspezifischen Lockstoffen (Pheromone) versehen werden und dienen auch zur vorbeugenden Kontrolle auf Schädlingsbefall. Weitere Möglichkeiten ist der Einsatz von Farbfallen. Beim Pflanzenschutz werden zum Beispiel gerne für Insekten attraktive Farbfallen, meist überwiegend Gelb- oder Blauleimtafeln eingesetzt, um Pflanzenschädlinge zu dezimieren.

 

  • biologische Bekämpfung

 

Hierbei kommen gezielt die natürlichen Feinde bzw. Gegenspieler in der Natur zum Einsatz.

Zum Beispiel werden Marienkäfer und deren Larven oder Florfliegen gegen Blattläuse eingesetzt oder bestimmte Schlupfwespenarten und räuberische Käfer, Fliegen, Mücken, Raubwanzen und -milben gegen andere Schadinsekten eingesetzt.

Weitere Beispiele nützlicher Gegenspieler:

  • Nematoden (Fadenwürmer) gegen Rüsselkäfer, Trauermücken usw.
  • gezielter Einsatz von bestimmten Pilzen und Bakterien
  • bestimmte Fischarten gegen Mückenlarven
  • Indische Laufenten gegen Schnecken
  • Eulen, Greifvögel und Katzen gegen Nagetiere

 

  • chemische Bekämpfungsmethoden

 

Hierbei werden natürliche oder künstliche chemische Stoffe (Pestizide) gegen Tiere eingesetzt, welche die Gesundheit, Lebensmittel und Produkte des Menschen gefährden oder beeinträchtigen. Die Wirkmechanismen sind je nach Wirkstoff und Tierart unterschiedlich, man unterscheidet hierbei zwischen Lang- und Kurzzeitmitteln.

Hierbei kommen folgende Biozide zur Anwendung:

  • Insektizide (gegen Insekten)
  • Rodentizide (gegen Nagetiere wie Ratten, Mäuse)
  • Akarizide (gegen Spinnentiere wie Milben)
  • Larvizide (wirkt gegen die Larven von Insekten und Spinnentieren)

 

Es gibt verschiedene Ausbringungsarten, die von dem Fall, aber auch von der Situation vor Ort abhängig sind:

  • Spritz-, Sprüh-, Schaum- und Nebelverfahren bei flüssiger Ausbringung
  • Stäubeverfahren bei fester bzw. pulverförmiger Ausbringung
  • Streu- und Gelköderverfahren mit Fraßködern

             

 

             

 

 


Online - Dokumentation easy-dok
Thermo-bug
IHK Ausbildung
Berliner Schädlingsbekämpfungsverein e.V.
Berliner Schädlingsbekämpfungs­verein e.V.
Schädlingsbekämpfer-Verband-Sachsen e.V.
Bezahlung